Verbrauchertest.de: Mal wieder eine Umfrage vom Marketingspezialisten
Sonntag, 7. Oktober 2007 13:00 | Autor: Dominik Schuster (Webmaster)
Mal wieder bin ich über eine Anzeige bei der Suchmaschine Google auf eine Internet-Umfrage gestoßen, dieses Mal www.verbrauchertest.de:

Klingt gut: Gerne möchte ich Trends & Produkte beeinflussen - und wenn ich dafür auch noch eine Kreuzfahrt gewinnen kann, schaue ich mir das ganze doch gerne einmal an.
Auch der Startbildschirm von Verbrauchertest.de klingt interessant für mich:

Ich kann die Fragen alle für mich mit “Ja” beantworten und freue mich jetzt auch noch von Gratis-Prämien zu lesen, die mir als Dank für meine Teilnahme versprochen werden. Also klicke ich auf “Jetzt kostenlos teilnehmen”.
Die Ernüchterung: Mal wieder gehts um meine Daten …
Die Ernüchterung kommt schnell. Nach meinem Klick auf “Jetzt kostenlos teilnehmen” öffnet sich das Teilnahmeformular. Die vielen Versprechungen haben meinen Blick nicht so sehr getrübt, dass ich die Teilnahmebedingungen ungelesen lasse und nur ein paar Häkchen mache und meine Daten angebe. Unter dem Button Teilnehmen sehe ich gleich ein paar Werbebanner, die mich hellhörig machen:

Und ein Blick in die Teilnahmebedingungen bestätigt mir: Hier scheint es wieder einmal jemand nicht in erster Linie nicht um eine Verbraucher-Umfrage zu gehen (von einer Frage, die ich beantworten muss, keine Spur), sondern darum, dass jemand an meine Daten komme möchte, um mir Angebote von Werbepartnern zukommen zu lassen.
Ein Blick in die Teilnahmebedingungen von Verbrauchertest.de bestätigt meine Vermutung:
Meine Angaben in diesem Fragebogen dürfen von den Sponsoren des Gewinnspiels (Behr und Bergmann GbR, Tchibo direct GmbH, Sparhandy GmbH & Co. KG, Telemedien Potsdam, Unister GmbH, Preisvergleich.de GmbH, Sparidee, DMS GmbH, Come&Stay GmbH, Deutsche Lufthansa AG, Yves Rocher AG, myby GmbH & Co. KG) sowie den Veranstaltern des Gewinnspiels (SuperComm Data Marketing GmbH) sowie Lotto- und Lotteriegesellschaften verarbeitet und genutzt werden (auch von externen Datenverarbeitern wie z.B. Datenerfassern und Internetdienst- Anbietern). Die personenbezogene Nutzung und Weitergabe wird ausschließlich auf die Organisationen und Unternehmen aus verschiedenen Branchen beschränkt, die meinen erkennbaren Interessen und Wünschen entgegenkommen. Für diese Organisationen und Unternehmen dürfen mir Informationen, Angebote, Muster und Werbung übermittelt werden.
Da kann ich mich ja auf etwas gefasst machen. Noch deutlicher wird die wirkliche Intension dieser “Umfrage”, wenn ich mir das Impressum der Seite ansehe. Hier ist nicht ein seriöses Marktforschungsinstitut als Betreiber der Umfrage genannt, sondern:

Aha. Eine Marketing GmbH, die natürlich Interesse hat, dass ich meine Daten an sie übermittle und auch noch zustimme, dass meine Daten zu Werbezwecken verarbeitet werden können.
Fazit: Der Trick wird inzwischen immer wieder gerne angewendet. Anbieter führen “Umfragen” durch, bei denen aus meiner Sicht nicht die Ergebnisse der Fragen zählen, sondern in erster Linie die Daten der Teilnehmer, die eingegeben werden. Natürlich habe ich an der Umfrage nicht teilgenommen. Ich bleibe lieber weiterhin bei seriösen Marktforschern, die mir den Schutz meiner Daten in ihren Datenschutzbedingungen garantieren.
Weitere Artikel zu Supercomm Projekten finden Sie auch bei Abzocknews.de. Interessant auch diese Stellungsnahme von Supercomm.

Freitag, 7. Dezember 2007 16:15
Bei dieser Form von Teilnahmebedingungen handelt es sich meiner Meinung nach um AGB im Sinne der §§ 305 ff BGB. Eine Einwilligung in die weitere Datenverwendung durch AGB könnte mindestens überraschend sein und gegen das gesetzliche Datenschutzsystem verstoßen. Dementsprechend sind solche AGB mit großer Wahrscheinlichkeit unwirksam und abmahnfähig. Geschädigte (Leute die belästigt werden) Wettbewerber und Verbraucherverbände können entsprechend Unterlassungsansprüche durchsetzen.
Freitag, 15. Februar 2008 13:24
[...] so oft (und hier auch) taucht also auch bei Brokerwahl.de wieder die Frage auf: Geht es hier um [...]